Das Christentum

Das Christentum

 

 

 

von: Kurt Nowak

C.H.Beck, 2001

ISBN: 9783406418709

Sprache: Deutsch

128 Seiten, Download: 483 KB

 
Format:  PDF, auch als Online-Lesen

geeignet für: Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen PC, MAC, Laptop


 

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Das Christentum



II. Christlicher Glaube: Grundlagen, Inhalte, Formen (S. 61-62)

1. Das Neue Testament

Die Glaubensurkunde der Christen ist das Neue Testament. In der christlichen Bibel ist es mit dem Alten Testament zu einem Buch zusammengeschlossen. Über die Art des theologischen Zusammenhangs zwischen Altem und Neuem Testament gehen die Meinungen auseinander. Bieten die religiösen Urkunden Israels lediglich die religionsgeschichtliche Folie für das Christentum? Sind sie Schatzkammern einer Frömmigkeit, aus der auch d ie Christen leben, auf die sie notfalls jedoch verzichten könnten? Oder sind Altes und Neues Testament in einer „biblischen Theologie“ untrennbar aufeinander bezogen? Die christliche Auslegung des Alten Testaments – heute mitunter auch „Erstes Testament“ genannt – unterscheidet sich von der jüdischen Bibelauslegung durch ihre messianischen Deutungsinteressen. So benutzt die christliche Auslegungstradition zum Beispiel Jesaja 7, 14 (Geburt des Sohnes Immanuel durch eine junge Frau) als Vorausblick auf die Geburt Jesu. Das Opfer Isaaks (1. Mose 22) wurde häufig als Präfiguration von Jesu Kreuzigung verstanden. Über lange Zeiträume der Christentumsgeschichte hinweg war der Kontakt zur jüdischen Schriftauslegung abgebrochen oder empfindlich gestört. Andererseits kennt die Tradition ermutigende Beispiele gemeinsamer Bemühungen um das Verständnis des Alten Testaments, an welche Theologie und Exegese der Gegenwart anzuknüpfen vermögen. Im jüdisch-christlichen Dialog ist die Bestimmung des Verhältnisses der christlichen Tochterreligion zum Judentum ein herausragendes Thema.

Das Neue Testament, die Glaubensurkunde der Christen im engeren Sinn, besteht aus einer Sammlung von siebenundzwanzig Schriften: den vier Evangelien, der Apostelgeschichte, einundzwanzig Briefen und der Offenbarung des Johannes. Die Verfasserangaben suggerieren die Herkunft von Jüngern Jesu, Aposteln und Apostelschülern. Eine Ausnahme bildet der Brief an die Hebräer, der indes in der Alten Kirche (wenn auch nicht unangefochten) als Brief des Apostels Paulus galt. Tatsächlich ist die Verfasserschaft einiger Schriften, und dies von alters her, umstritten. Auch gestattet ihre Anordnung nach literarischen Gattungen keinen Rückschluß auf ihre Entstehungszeit, ebensowenig wie der Eindruck der ereignisgeschichtlichen Ordnung, der sich bei ihrer Lektüre herstellt. Die ereignisgeschichtliche Regie setzte die Evangelien als Beschreibung von Jesu Wirken an den Anfang und ließ die Apostelgeschichte als Darstellung der frühen Geschichte der Ekklesia folgen. An sie schlossen sich die Briefe von Paulus, Jakobus, Petrus, Johannes und Judas an. Die Offenbarung des Johannes, letzte Schrift des Neuen Testaments, stand für die Zukunft.

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