Der Islam - Geschichte und Gegenwart

Der Islam - Geschichte und Gegenwart

 

 

 

von: Heinz Halm

C.H.Beck, 2002

ISBN: 9783406447457

Sprache: Deutsch

104 Seiten, Download: 424 KB

 
Format:  PDF, auch als Online-Lesen

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Der Islam - Geschichte und Gegenwart



I. Teil (S. 7-8)

Die historischen Grundlagen des Islam Islam und Muslime

Etwa 1,2 Milliarden Muslime leben zu Beginn des dritten Jahrtausends auf der Erde; das ist ein Fünftel der Menschheit. Von seinem Ursprungsgebiet auf der Arabischen Halbinsel hat der Islam sich über ganz Vorder- und Zentralasien, den Indischen Subkontinent und Südostasien bis zu den Philippinen ausgebreitet; die Ostküste Afrikas und der ganze Norden des Kontinents nördlich und südlich der Sahara sind islamisch; in Europa hat die Herrschaft der türkischen Osmanen auf dem Balkan islamische Bevölkerungsinseln (Europäische Türkei, Bosnien, Albanien und Kosovo) hinterlassen. Seit dem 19. Jahrhundert hat sich durch Auswanderer und Arbeitsmigranten eine islamische Diaspora in der ganzen Welt, vor allem in Westeuropa und Nordamerika, gebildet.

Die Staaten mit der größten muslimischen Bevölkerung sind Indonesien (175 Mio.), Pakistan (130 Mio.), Bangla Desch (110 Mio.) und Indien (105 Mio.); die Sowjetunion rangierte bis zu ihrem Zerfall mit ihren mittelasiatischen und Kaukasus- Republiken an fünfter Stelle. Dann folgen die drei nahöstlichen Staaten, die jeweils etwas über 60 Millionen Einwohner haben: die Türkei, Iran und Ägypten.

Was die Muslime verbindet, ist der Glaube an einen Gott und an dessen Offenbarung durch einen Propheten, Mohammed; diese Offenbarung ist in einem Buch niedergelegt, dem Koran. Somit läßt sich definieren: Muslim ist, wer den Koran als Offenbarung des einen, einzigen Gottes anerkennt.

Die Begriffe Islam und Muslim leiten sich beide von dem arabischen Verbum aslama „übergeben, sich ergeben, sich hingeben“ ab; Islám ist das Verbalnomen (oder der substantivierte Infinitiv) dazu: das Sich-Ergeben; Muslim ist das Partizip: der sich Ergebende. Im Koran heißt es:

„Wer sich Gott ergibt (aslama) und dabei rechtschaffen ist, dem steht bei seinem Herrn ein Lohn zu.“ (2, 112)
„Euer Gott ist ein einziger Gott. Ihm müßt ihr euch ergeben.“ (22, 34)
„Gott bezeugt, daß es keinen Gott gibt außer ihm … Als Religion gilt bei Gott die Ergebung.“

Muslime (muslimûn) und Musliminnen (muslimát) werden an zahlreichen Stellen des Koran angesprochen. Im Deutschen hat sich die ursprüngliche arabische Form Muslim (mit dem Plural Muslime und dem Feminin Muslimin/nen) inzwischen eingebürgert und die persische Aussprache Moslem verdrängt; ganz obsolet ist die ebenfalls auf das Persische zurückgehende Bezeichnung Muselmanen. Auf die Fremdbezeichnung Mohammedaner reagieren Muslime mit Recht ablehnend:

Muslime beten zu Gott, nicht zu Mohammed.

– „Euer Gott ist ein einziger Gott. Ihm müßt ihr euch ergeben“
– ist das Hauptdogma des Islam formuliert: der Glaube, daß es nur einen Gott gibt, der der Schöpfer des Universums ist.


Die drittletzte Sure des Korans (112) faßt die Botschaft des Islam in vier Versen zusammen; dort redet Gott seinen Propheten an: „Sag: Er ist Gott, ein Einziger, Gott durch und durch. Er hat weder gezeugt, noch ist er gezeugt worden. Und keiner ist ihm ebenbürtig.“

Auch das islamische Glaubensbekenntnis beginnt mit der Erklärung: „Ich bezeuge, daß es keine Gottheit außer Gott gibt.“ Diese grundlegende Glaubensgewißheit wird arabisch tauhíd genannt; es ist das Verbalnomen (oder der substantivierte Infinitiv) des Verbums wahhada „für eins erklären“, abgeleitet von dem Nomen wáhid „einer, ein einziger“. Das zugehörige Partizip muwahhid „für einzig erklärend“

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